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Leinenführigkeit Hund / Schritt-für-Schritt Anleitung 2026

Hund läuft entspannt an der Leine im Park

Leinenführigkeit beim Hund trainieren — Schritt-für-Schritt Anleitung 2026

Ein entspannter Spaziergang ohne ständiges Ziehen an der Leine – das ist der Traum vieler Hundehalter. Doch die Realität sieht oft anders aus: Der Arm schmerzt, die Schulter ist verspannt und der Spaziergang wird zur nervenaufreibenden Kraftprobe. Leinenführigkeit ist kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die dein Hund erst erlernen muss. In diesem umfassenden Ratgeber für das Jahr 2026 zeigen wir dir, warum Hunde überhaupt an der Leine ziehen, welche Ausrüstung wirklich hilft und wie du mit unserer praxiserprobten Schritt-für-Schritt-Anleitung endlich entspannt mit deinem Hund an lockerer Leine spazieren gehst.

Was ist Leinenführigkeit?

Bevor wir in das praktische Training einsteigen, müssen wir zunächst klären, was der Begriff Leinenführigkeit eigentlich bedeutet. Viele Hundehalter verwechseln Leinenführigkeit mit dem Kommando „Fuß“. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Beim „Fuß“ läuft der Hund hochkonzentriert mit der Schulter auf Höhe deines Knies und hält ständigen Blickkontakt. Das ist eine sportliche Übung, die enorme Konzentration erfordert und von keinem Hund über einen ganzen Spaziergang hinweg aufrechterhalten werden kann.

Leinenführigkeit hingegen bedeutet schlicht und ergreifend: Die Leine hängt locker durch. Der Hund darf schnüffeln, er darf stehen bleiben, er darf sein Geschäft verrichten und er darf sich in einem gewissen Radius um dich herum bewegen – solange kein Zug auf die Leine kommt. Es ist ein entspanntes Miteinander, bei dem sich der Hund an deinem Tempo und deiner Richtung orientiert, ohne dass er ununterbrochen zu dir schauen muss. Eine gute Leinenführigkeit ist essenziell für entspannte Spaziergänge und schont sowohl die Gesundheit deines Hundes als auch deine eigenen Gelenke.

Wenn ein Hund permanent an der Leine zieht, entsteht ein enormer Druck auf seinen Hals, den Kehlkopf und die Halswirbelsäule (besonders, wenn er nur ein Halsband trägt). Dies kann zu chronischen Schmerzen, Problemen mit der Schilddrüse und sogar zu erhöhtem Augeninnendruck führen. Gleichzeitig führt das ständige Gegenhalten beim Menschen zu Fehlhaltungen, Schulterschmerzen und Frustration. Leinenführigkeit ist also nicht nur eine Frage des Gehorsams, sondern vor allem ein wichtiger Beitrag zur beidseitigen Gesundheit und einem harmonischen Zusammenleben.

Warum ziehen Hunde an der Leine?

Um das Ziehen an der Leine erfolgreich abzutrainieren, müssen wir die Ursachen verstehen. Hunde ziehen nicht an der Leine, um uns zu ärgern oder um „dominant“ zu sein. Das Verhalten hat meist ganz logische, biologische und lernpsychologische Gründe. Hier sind die häufigsten Ursachen, warum dein Hund zieht:

  • Unterschiedliches Lauftempo: Die natürliche Schrittgeschwindigkeit eines Hundes im Trab ist deutlich höher als das gemütliche Gehtempo eines Menschen. Für den Hund fühlt es sich an, als würde er ständig „ausgebremst“ werden.
  • Der Oppositionsreflex: Dies ist ein angeborener Reflex. Spürt der Hund Druck (zum Beispiel durch ein straffes Halsband oder Geschirr), reagiert sein Körper automatisch mit Gegendruck. Er lehnt sich förmlich in die Leine hinein.
  • Erlerntes Verhalten (Erfolg): Das ist der häufigste Grund. Der Hund zieht, weil er zu einem bestimmten Baum, einem anderen Hund oder einem spannenden Geruch möchte. Wenn der Mensch nachgibt und mitgeht, lernt der Hund: „Ziehen bringt mich ans Ziel!“
  • Hohes Erregungslevel: Ein Hund, der gestresst, ängstlich oder extrem freudig erregt ist, kann sich nicht auf eine lockere Leine konzentrieren. Der Stresspegel muss erst gesenkt werden, bevor Lernen überhaupt möglich ist.
  • Fehlende Impulskontrolle: Gerade junge Hunde oder Welpen haben oft noch nicht gelernt, ihre eigenen Impulse zu kontrollieren. Sie sehen etwas Spannendes und wollen sofort dorthin schießen.

🎯 Tipp

Beobachte deinen Hund genau: Zieht er in Richtung eines bestimmten Ziels (Baum, Artgenosse) oder zieht er einfach blind nach vorne, weil sein Stresslevel zu hoch ist? Die Antwort auf diese Frage hilft dir dabei, den richtigen Trainingsansatz zu wählen.

Die richtige Ausrüstung für Leinenführigkeit

Das Fundament für ein erfolgreiches Leinenführigkeitstraining ist das passende Equipment. Wer mit einer ungeeigneten Ausrüstung trainiert, macht es sich und dem Hund unnötig schwer. Grundsätzlich empfehlen wir für das Training der Leinenführigkeit immer ein gut sitzendes Brustgeschirr. Warum? Weil ein Geschirr den Druck, der beim versehentlichen Ziehen entsteht, gleichmäßig auf den robusten Brustkorb des Hundes verteilt. Der empfindliche Halsbereich bleibt frei.

Ein orthopädisches Hundegeschirr oder ein weich gepolstertes Y-Geschirr bietet dem Hund volle Bewegungsfreiheit der Schultern und schnürt ihm nicht die Luft ab. Wenn der Hund bei einem Halsband zieht, schnürt er sich selbst die Luft ab, was zu Panik und noch mehr Ziehen führen kann – ein Teufelskreis. Gerade bei kleinen Rassen ist die Luftröhre besonders empfindlich, weshalb ein passendes Hundegeschirr für kleine Hunde absolute Pflicht ist.

Ausrüstung Vorteile Nachteile / Eignung
Y-Hundegeschirr (gepolstert) Druckverteilung auf den Brustkorb, schont Halswirbelsäule & Kehlkopf, Hund kann entspannt atmen. Perfekt für das Training der Leinenführigkeit und für Schleppleinen-Training.
Zugstopp Halsband Schnell anzulegen, lockerer Sitz im entspannten Zustand, klares taktiles Signal. Nur für bereits leinenführige Hunde oder kurze Löserunden geeignet. Nicht für stark ziehende Hunde.
Führleine (3 Meter) Gibt dem Hund ausreichend Radius zum Schnüffeln, ohne dass die Leine sofort spannt. Ideal für städtische Gebiete und das tägliche Leinenführigkeitstraining.
Flexileine (Rollleine) Scheinbar mehr Freiheit für den Hund. Absolut ungeeignet für das Training! Hund lernt: „Ich muss ziehen, um vorwärts zu kommen.“
★ bellerei Empfehlung
Gepolstertes Hundegeschirr für Leinenführigkeit

Gepolstertes Y-Hundegeschirr

Das perfekte Geschirr für dein Leinenführigkeitstraining. Durch die ergonomische Y-Form bleiben die Schultern deines Hundes komplett frei beweglich. Die weiche Neopren-Polsterung verhindert Scheuerstellen, selbst wenn der Hund anfangs noch etwas in die Leine geht. So schützt du die Halswirbelsäule und machst das Training für deinen Hund angenehm.

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Schritt-für-Schritt Anleitung: Leinenführigkeit trainieren

Das Training der Leinenführigkeit erfordert Geduld, Konsequenz und das richtige Timing. Wer erwartet, dass der Hund nach zwei Tagen perfekt an der Leine läuft, wird unweigerlich enttäuscht. Es ist ein Prozess, der das Gehirn des Hundes umprogrammiert. Wir empfehlen begleitend zum praktischen Training auch die Unterstützung durch Profis, beispielsweise in der Online Hundeschule von Willenskraft, wo du strukturiert begleitet wirst. Hier ist unsere detaillierte Anleitung für den Start:

Schritt 1: Das richtige Setting wählen

Beginne das Training niemals draußen auf der Straße oder im vollen Park. Der Hund ist dort viel zu vielen Reizen (Gerüche, andere Hunde, Autos) ausgesetzt, um sich auf dich konzentrieren zu können. Starte im Wohnzimmer! Lege dem Hund das Geschirr an, klicke die Leine ein und laufe ein paar Schritte durch den Raum. Belohne jeden Schritt, bei dem die Leine locker bleibt. Wenn das klappt, ziehe in den Garten um. Erst wenn der Hund im Garten entspannt an lockerer Leine läuft, geht ihr vor die Haustür.

🎯 Tipp

Verwende für den Anfang besonders hochwertige Leckerlis (z.B. Käsewürfel oder gekochtes Hühnchen), um dich gegen die Umweltreize interessanter zu machen.

Schritt 2: Aufmerksamkeit aufbauen

Leinenführigkeit bedeutet auch Kommunikation. Dein Hund muss lernen, dass es sich lohnt, auf dich zu achten. Baue das „Namensspiel“ ein: Sprich den Namen deines Hundes freundlich aus. Sobald er dich anschaut, gibt es ein Lob und ein Leckerli. Mache dies immer wieder zwischendurch auf dem Spaziergang. Ein Hund, der geistig bei dir ist, zieht deutlich weniger an der Leine.

Schritt 3: Die „Belohnungszone“ definieren

Der Hund muss verstehen, WO er laufen soll. Die optimale Position ist neben dir oder leicht vor dir, aber immer so, dass die Leine durchhängt. Diese Position nennen wir die „Belohnungszone“ (oft auf Höhe deiner Hosennaht). Sobald sich der Hund in dieser Zone befindet, fütterst du ihn genau dort. Wichtig: Streck die Hand nicht nach vorne aus, sonst ziehst du den Hund wieder nach vorne. Füttere direkt an deinem Bein. So lernt der Hund: „Neben meinem Menschen zu laufen, ist der beste Ort der Welt.“

Schritt 4: Das „Be a Tree“ Prinzip (Stehenbleiben)

Was tust du, wenn der Hund doch zieht? Die wichtigste Regel lautet: Ziehen darf niemals zum Erfolg führen! Sobald sich die Leine spannt, bleibst du sofort stehen – wie ein angewurzelter Baum („Be a tree“). Du sagst nichts, du schimpfst nicht, du ziehst nicht zurück. Du stehst einfach nur. Der Hund wird sich irgendwann umdrehen oder einen Schritt zurückgehen, weil er nicht weiterkommt. In genau der Millisekunde, in der die Leine wieder locker wird, gehst du weiter. So lernt der Hund: „Eine straffe Leine ist die Bremse, eine lockere Leine ist das Gaspedal.“

💡 Wichtig

Timing ist alles. Du musst exakt in dem Moment weitergehen, in dem der Zug nachlässt. Wartest du zu lange, frustrierst du den Hund. Gehst du zu früh los, belohnst du das Ziehen.

Schritt 5: Richtungswechsel als Alternative

Wenn das Stehenbleiben bei sehr sturen Hunden nicht funktioniert, nutze den Richtungswechsel. Sobald der Hund zum Ende der Leine stürmt und diese sich spannt, drehst du dich kommentarlos um 180 Grad um und gehst in die entgegengesetzte Richtung. Der Hund muss nun aufpassen, wo du hingehst, um nicht den Anschluss zu verlieren. Sobald er dich wieder eingeholt hat und neben dir an lockerer Leine läuft, lobst du ihn ausgiebig. Dies fördert die Orientierung des Hundes am Menschen enorm.

Häufige Fehler beim Leinenführigkeitstraining

Viele Hundehalter geben frustriert auf, weil sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt. Meistens liegt das nicht am Hund, sondern an unbewussten Fehlern in der Kommunikation. Vermeide unbedingt diese typischen Stolperfallen:

⚠️ Achtung: Inkonsequenz („Manchmal darf er ziehen“)

Das ist der Fehler Nummer 1. Wenn du es eilig hast (z.B. morgens vor der Arbeit) und den Hund ziehen lässt, nachmittags aber streng auf Leinenführigkeit pochst, zerstörst du dein gesamtes Training. Der Hund lernt die sogenannte „variable Bestätigung“: Manchmal funktioniert das Ziehen ja doch! Das macht das Verhalten extrem hartnäckig. Wenn du keine Zeit zum Trainieren hast, nutze ein Management-System (z.B. Geschirr = Training, Halsband = Keine Zeit, Ziehen wird ignoriert).

⚠️ Achtung: Rucken an der Leine

Ein aktiver Leinenruck durch den Menschen ist absolut tabu. Es zerstört das Vertrauensverhältnis, fügt dem Hund Schmerzen zu und löst oft den oben erwähnten Oppositionsreflex aus – der Hund zieht danach noch stärker. Leinenführigkeit wird über positive Verstärkung der richtigen Position aufgebaut, nicht über Bestrafung der falschen.

⚠️ Achtung: Ständiges Quasseln

„Nein, hier lang. Langsam. Fuß. Komm her. Nicht ziehen.“ Wenn du deinen Hund ununterbrochen zutextest, wird deine Stimme für ihn zu einem Hintergrundrauschen (wie das Radio im Auto). Er schaltet auf Durchzug. Setze deine Stimme gezielt für Lob ein, ansonsten kommuniziere über deine Körpersprache und die Leine.

Das Zugstopp-Prinzip — warum es funktioniert

Neben dem klassischen Hundegeschirr hört man im Bereich der Hundeerziehung oft vom sogenannten Zugstopp-Halsband. Es ist wichtig, hier deutlich zwischen einem schädlichen Würgehalsband und einem echten Zugstopp-Halsband zu unterscheiden. Ein korrekt eingestelltes Zugstopp-Halsband verfügt über einen mechanischen Stopper (meist ein Ring), der verhindert, dass sich das Halsband endlos zusammenzieht.

Im entspannten Zustand, wenn der Hund an lockerer Leine läuft, liegt das Halsband ganz locker und weich um den Hals. Es bietet maximalen Tragekomfort. Sobald sich die Leine jedoch spannt, zieht sich das Halsband exakt bis zum eingestellten Halsumfang des Hundes zu – und keinen Millimeter weiter. Der Hund wird nicht gewürgt! Er erhält jedoch ein sehr klares, großflächiges taktiles Feedback rund um den Hals. Dieses Signal ist für viele Hunde leichter zu verstehen als der Druck auf der Brust.

Zudem ist das Zugstopp-Halsband extrem praktisch für Hunde, die dazu neigen, sich aus Panik rückwärts aus normalen Halsbändern oder Geschirren zu befreien (Sicherheitsaspekt). Wir empfehlen es besonders für Hunde, die die Grundzüge der Leinenführigkeit bereits verstanden haben und für schnelle „Pipi-Runden“, bei denen das Anlegen eines Geschirrs zu aufwendig wäre.

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Zugstopp Halsband gepolstert

Zugstopp Halsband gepolstert

Unser weich gepolstertes Zugstopp-Halsband ist die perfekte Ergänzung für den Alltag. Es lässt sich blitzschnell über den Kopf ziehen und liegt im entspannten Zustand herrlich locker am Hals an. Durch den eingearbeiteten Stopp-Ring ist ein Würgen absolut ausgeschlossen. Ideal für Hunde, die eine sanfte, aber klare Begrenzung benötigen, oder für schnelle Spaziergänge, bei denen Komfort an erster Stelle steht.

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Die Philosophie der Leinenführigkeit

„Leinenführigkeit ist kein starres Kommando, sondern ein feiner Dialog zwischen Mensch und Hund. Es geht nicht darum, den Hund durch körperliche Kraft zu dominieren, sondern ihm in der ‚Bewusstheit des Könnens‘ zu vermitteln, dass die Nähe zu uns der sicherste und angenehmste Ort ist. Wenn wir aufhören, an der Leine zu zerren, fängt der Hund an, uns zuzuhören.“

Bianca Oriana Willen, Gründerin bellerei & Willenskraft Akademie, CBATI-KSA, Hundeernährungsberaterin

Leinenlängen im Vergleich: Welche Leine für welches Training?

Die Wahl der richtigen Leine ist genauso wichtig wie die Wahl zwischen Halsband und Geschirr. Eine zu kurze Leine frustriert den Hund, weil er keinen Raum zum artgerechten Schnüffeln hat. Eine zu lange Leine in der Innenstadt ist hingegen gefährlich. Wenn du dich intensiver mit dem Thema Freiraum und Rückruf beschäftigen möchtest, lies auch unseren Artikel zum Schleppleine Training. Hier ist eine Übersicht der gängigen Leinenlängen:

Leinenart & Länge Einsatzzweck Produkt-Link
Führleine (ca. 1,5m – 2m) Dichter Stadtverkehr, Tierarztbesuche, Menschenmengen. Der Hund wird nah am Körper geführt. Standardausführung
Führleine (3 Meter) Der Allrounder! Perfekt für normale Gassi-Runden. Gibt dem Hund genug Radius zum Schnüffeln, ohne dass die Leine sofort stramm wird. Verhindert Frust-Ziehen. Zur 3m Leine
Schleppleine (5 Meter) Ideal für Parks, Waldwege oder das Training von Rückruf und Distanzkontrolle. Bietet kontrollierten Freilauf. Zur 5m Schleppleine
Schleppleine (10+ Meter) Für weite Felder und Strände. Oft im Anti-Jagd-Training eingesetzt. Erfordert gutes Leinenhandling vom Menschen. Für Fortgeschrittene
★ bellerei Empfehlung
bellerei 3 Meter Führleine

3 Meter Führleine

Die ideale Leine für Leinenführigkeitstraining: 3 Meter geben deinem Hund genug Freiraum, ohne die Kontrolle zu verlieren. Perfekt kombiniert mit dem bellerei Geschirr.

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★ bellerei Empfehlung
bellerei 5 Meter Schleppleine

5 Meter Schleppleine

Für fortgeschrittenes Training: Die 5m Schleppleine gibt deinem Hund mehr Bewegungsfreiheit beim Rückruf- und Freilauftraining, ohne auf Sicherheit zu verzichten.

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FAQ — Häufige Fragen zur Leinenführigkeit

Wie lange dauert es, bis der Hund leinenführig ist?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da es vom Alter des Hundes, seiner Vorgeschichte und vor allem von deiner Konsequenz abhängt. Bei einem Welpen, der noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, kann man die Basis in wenigen Wochen legen. Bei einem erwachsenen Hund, der seit Jahren erfolgreich an der Leine zieht, kann das Umlernen mehrere Monate konsequentes Training erfordern. Geduld ist hier der absolute Schlüssel zum Erfolg.
Soll ich ein Halsband oder ein Geschirr verwenden?
Für das aktive Training der Leinenführigkeit empfehlen wir immer ein gut sitzendes Brustgeschirr. Wenn der Hund in die Leine springt oder zieht, wird der Druck auf den robusten Brustkorb verteilt. Ein Halsband drückt massiv auf den Kehlkopf, die Luftröhre und die empfindliche Halswirbelsäule, was zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Ein Halsband (wie z.B. unser Zugstopp) eignet sich erst, wenn der Hund verstanden hat, wie man an lockerer Leine läuft.
Was tun, wenn der Hund plötzlich in die Leine springt?
Bleibe sofort stehen („Be a tree“) und verankere dich fest auf dem Boden. Ziehe den Hund nicht aktiv zurück, sondern halte die Leine lediglich fest, damit er keinen Millimeter weiter nach vorne kommt. Warte ab, bis der Hund den Zug selbstständig herausnimmt, indem er sich umdreht oder einen Schritt zurückgeht. Sobald die Leine locker durchhängt, lobst du ihn freundlich und der Spaziergang geht weiter.
Ist ein Anti-Zieh-Geschirr eine gute Lösung?
Ein sogenanntes Anti-Zieh-Geschirr (oft mit einem Ring vorne an der Brust) kann als temporäres Hilfsmittel im Training dienen, um körperlich stark überlegene Hunde besser halten zu können. Es ist jedoch keine Dauerlösung und ersetzt das eigentliche Training nicht. Wird es dauerhaft falsch angewendet, kann es zu Fehlbelastungen der Schultergelenke führen. Mehr Details dazu findest du in unserem Artikel über Anti-Zieh-Geschirre.
Darf der Hund schnüffeln, während wir trainieren?
Ja, absolut! Leinenführigkeit bedeutet nicht, dass der Hund wie ein Roboter stur neben dir herlaufen muss (das wäre das Kommando „Fuß“). Schnüffeln ist ein existenzielles Grundbedürfnis deines Hundes und baut Stress ab. Solange der Hund beim Schnüffeln nicht an der Leine zieht, ist alles in bester Ordnung. Gib ihm mit einer 3-Meter-Leine ausreichend Radius, um seine Umgebung zu erkunden.
Mein Hund zieht nur auf dem Rückweg – warum?
Das ist ein sehr häufiges Phänomen. Auf dem Hinweg ist der Hund oft noch entspannt, aber auf dem Rückweg zieht er stark nach Hause. Das liegt meist daran, dass der Spaziergang zu aufregend oder zu lang war und der Hund mental völlig erschöpft ist. Sein Stresslevel ist hoch und er möchte nur noch zurück in seine sichere, ruhige Umgebung (das Zuhause). Versuche, die Runden etwas kürzer und reizärmer zu gestalten.
Wie trainiere ich Leinenführigkeit bei einem Welpen?
Bei Welpen ist Prävention das Wichtigste. Lass den Welpen von Tag eins an niemals Erfolg mit dem Ziehen haben. Da Welpen eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, solltest du das Training auf wenige Minuten pro Tag beschränken. Belohne jeden Blickkontakt und jeden Schritt an lockerer Leine ausgiebig. Nutze für den Rest des Spaziergangs eine leichte Schleppleine, damit der Welpe die Welt erkunden kann, ohne permanent korrigiert zu werden.
Helfen Leckerlis wirklich beim Training?
Leckerlis sind ein hervorragendes Hilfsmittel, um dem Hund zu kommunizieren: „Genau das, was du gerade tust (an lockerer Leine laufen), lohnt sich für dich extrem!“ Sie dienen als positive Verstärkung. Wenn das Verhalten gefestigt ist, kannst du die Leckerlis langsam abbauen (ausschleichen) und durch verbales Lob oder Umweltbelohnungen (z.B. „Du darfst jetzt zu dem Baum schnüffeln gehen“) ersetzen. Am Anfang sind sie jedoch unverzichtbar, um Motivation aufzubauen.
Was mache ich, wenn ich es mal eilig habe und nicht trainieren kann?
Wenn du keine Zeit für das Stehenbleiben und konsequente Trainieren hast, nutze ein Management-System. Schnalle die Leine beispielsweise vom Brustring auf den Rückenring um oder wechsle vom Trainings-Geschirr auf ein breites Halsband. Der Hund muss lernen: „Am Geschirr wird gearbeitet und nicht gezogen. Am Halsband ist heute Ausnahme und Herrchen/Frauchen hat es eilig.“ So verhinderst du, dass du dir dein mühsam aufgebautes Training durch Inkonsequenz wieder kaputtmachst.
Bietet ihr lokales Training für Leinenführigkeit an?
Ja, über unsere Willenskraft Akademie bieten wir nicht nur umfassende Online-Kurse an, sondern sind auch lokal für dich da. Ein Trainer vor Ort kann deine Körpersprache und das Timing perfekt korrigieren, was oft den entscheidenden Durchbruch bringt. Schau dir gerne unsere Standorte und Angebote nach Regionen an, um einen qualifizierten Trainer in deiner Nähe zu finden.

Fazit: Der Weg zur entspannten Leinenführigkeit

Leinenführigkeit beim Hund zu trainieren ist ein Marathon, kein Sprint. Es erfordert von dir als Hundehalter ein hohes Maß an Konsequenz, Selbstreflexion und Geduld. Mach dir immer wieder bewusst: Dein Hund zieht nicht, um dich zu tyrannisieren, sondern weil er es noch nicht besser gelernt hat oder die Umweltreize aktuell zu stark für ihn sind.

Mit der richtigen Ausrüstung – einem gutsitzenden, gepolsterten Hundegeschirr und einer ausreichend langen Leine (wie unserer 3-Meter-Führleine) – schaffst du die besten anatomischen und psychologischen Voraussetzungen. Wende die Schritte unserer Anleitung konsequent an, vermeide Inkonsequenz und lass das Ziehen niemals zum Erfolg führen. Wenn du dranbleibst, wirst du bald mit entspannten Spaziergängen belohnt, die dir und deinem Hund Freude bereiten.

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„Leinenführigkeit beginnt nicht an der Leine — sie beginnt in der Beziehung. Wenn dein Hund dir vertraut und du ihn verstehst, wird der Spaziergang zum gemeinsamen Erlebnis statt zum Kampf.“

Bianca Willen, Gründerin bellerei & Willenskraft Akademie

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Du kannst dir sicher sein, dass wir für diesen Artikel sehr sorgfältig recherchiert haben und uns immer bemühen, dir nur fundierte, korrekte Informationen zur Verfügung zu stellen. Aber dein Hund ist genauso individuell wie du und manchmal gibt's keine Patentlösungen.

Wenn du dir also unsicher bist, ob alles was wir sagen für dich und deinen Hund wirklich optimal ist, dann bitten wir dich: Stell weitere Recherchen an, sprich mit deinem Tierarzt oder Hundetrainer und such nach individuellen Lösungen, die so besonders sind wie ihr.

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Bild von Bianca Oriana Willen
Bianca Oriana Willen

Bianca Oriana Willen — Geschäftsführerin der Hundeschule Willenskraft und Akademie & Gründerin von bellerei

Bianca bildet seit über 10 Jahren erfolgreich Hundetrainer:innen aus – sowohl im Präsenzunterricht als auch in Onlinekursen. Ihr Schwerpunkt: praxisnahe, tierschutzkonforme Ausbildung mit Fokus auf Körpersprache, Beziehungsarbeit und nachhaltigem Lernaufbau.

Zertifizierungen & Qualifikationen:
CBATI-KSA (Certified Behavior Adjustment Training Instructor – Knowledge and Skills Assessed)
Zertifizierte Hundeernährungsberaterin
• Spezialgebiet: Angst & Reaktivität bei Hunden

Mit Willenskraft prägt sie die Hundeszene im deutschsprachigen Raum. Mit bellerei macht sie ganzheitliches Hundewissen für alle zugänglich – von natürlicher Ernährung bis hin zu erstklassigem Hundezubehör.

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