Dein süsser Welpe ist eingezogen und erobert dein Herz im Sturm – doch plötzlich merkst du, dass seine kleinen spitzen Zähnchen immer wieder deine Hände oder Füsse als Kauspielzeug missbrauchen. Ein vertrautes Bild für viele frischgebackene Welpeneltern. Doch keine Sorge, dieses Verhalten ist im Welpenalter völlig normal und ein wichtiger Bestandteil seiner Entwicklung. Die gute Nachricht: Du kannst deiner Fellnase mit den richtigen Strategien und viel Liebe beibringen, sanft mit dir umzugehen. Wir von der bellerei nehmen dich an die Pfote und zeigen dir, wie du die Beisshemmung deines Vierbeiners trainierst – für ein harmonisches und sicheres Zusammenleben.
Warum Welpen in Hände beissen: Die natürliche Entwicklung verstehen
Kleine Welpen erkunden ihre Welt primär mit dem Maul. Ähnlich wie Babys, die alles in den Mund nehmen, um Texturen, Temperaturen und Formen zu erfassen, nutzt auch dein kleiner Schnüffler sein Gebiss, um Informationen zu sammeln. Alles wird abgeleckt, beschnüffelt und natürlich auch mal angeknabbert.
Ein weiterer häufiger Grund für das Beissen ist der Zahnwechsel. Zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat verlieren Welpen ihre Milchzähne, um Platz für das bleibende Gebiss zu machen. Dieser Prozess kann jucken und schmerzen, und genau wie bei Menschenbabys, die zahnen, verschafft das Kauen und Beissen Linderung. Hier ist es besonders wichtig, deinem Welpen geeignete Alternativen anzubieten.
Auch das Spielverhalten im Wurf prägt das Beissen. Welpen lernen von ihren Geschwistern und der Mutterhündin, wie fest sie zubeissen dürfen. Ein lautes „Au!“ oder ein Abbruch des Spiels von einem Geschwisterchen ist die natürliche Konsequenz, wenn zu fest zugebissen wird. So entwickeln sie instinktiv ihre Beisshemmung – also die Fähigkeit, ihren Kieferdruck zu kontrollieren. Leider fehlt vielen Welpen, die zu früh von ihrer Familie getrennt wurden, dieser wichtige Lernprozess, was zu einer mangelnden Beisshemmung führen kann.
Die essentielle Bedeutung der Beisshemmung für ein sicheres Zusammenleben
Was genau ist diese viel zitierte Beisshemmung? Es ist die Fähigkeit deines Hundes, seinen Kieferdruck zu dosieren und im Notfall nicht fest zuzubeissen, selbst wenn er sich bedroht oder erschrocken fühlt. Sie ist das Fundament für ein sicheres und entspanntes Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.
Stell dir vor, dein erwachsener Hund beisst bei jedem Schreck oder Unsicherheit fest zu – das kann gefährlich werden, nicht nur für dich und deine Familie, sondern auch für andere Menschen und Hunde. Eine fehlende Beisshemmung im Welpenalter kann sich zu einem ernsthaften Problem auswachsen und langfristig zu Verletzungen und Verhaltensauffälligkeiten führen, die die Bindung zwischen dir und deiner Fellnase stark belasten. Frühzeitiges und konsequentes Training der Beisshemmung ist daher eine der wichtigsten Aufgaben in der Welpenzeit. So lassen sich Hundebissverletzungen präventiv vermeiden.
Wissenschaftliche Studie
Diese Studie aus der Rechtsmedizin analysiert Hundebissverletzungen und identifiziert Risikofaktoren wie Hunderasse, Alter des Tieres und des Opfers sowie den Trainingszustand des Hundes. Sie betont, dass Welpen- und Junghundeschulen die Beißhemmung fördern können und sozialisierte Tiere eine höhere Hemmschwelle für Bisse aufweisen. Die Erkenntnisse unterstreichen die präventive Bedeutung frühzeitiger Erziehung und Sozialisierung für die Sicherheit im Umgang mit Hunden.
Springer Medizin (Affiliationen: Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Universitätsklinikum Düsseldorf) • 2023
(Quelle: Springer Medizin (Affiliationen: Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Universitätsklinikum Düsseldorf))
Ein Besuch in der Welpen- und Junghundeschule ist hier Gold wert. Unter Anleitung erfahrener Trainer lernen die Vierbeiner den richtigen Umgang mit Artgenossen und die Menschen lernen, wie sie das Beissverhalten ihres Welpen richtig deuten und lenken können. Es geht darum, soziale Kompetenzen aufzubauen und die Beisshemmung unter kontrollierten Bedingungen zu fördern.
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Effektive Strategien zur Beisshemmung: Positive Verstärkung mit Liebe & Konsequenz
Das Training der Beisshemmung erfordert Geduld, Konsequenz und vor allem positive Verstärkung. Hier sind bewährte Strategien, die dir und deinem Welpen helfen:
- Schmerzreaktion simulieren: Der deutliche „Au!“-Ruf und der sofortige Spielabbruch.
Wenn dein Welpe zu fest zubeisst, gib einen lauten, aber nicht ängstlichen „Au!“-Laut von dir. Das ist das Signal, das auch seine Geschwister geben würden. Zieh sofort deine Hand oder den betroffenen Körperteil weg und beende das Spiel für einen kurzen Moment. Ignoriere deinen Welpen für etwa 10–30 Sekunden. Er soll lernen: „Zu festes Beissen bedeutet, der Spass ist vorbei.“
- Geeignete Alternativen anbieten: Spezielles Kauspielzeug und Zerrspiele.
Welpen haben ein natürliches Kaubedürfnis. Leite dieses Bedürfnis auf geeignete Objekte um. Biete deinem Vierbeiner robustes, welpengerechtes Kauspielzeug an, an dem er nach Herzenslust nagen kann. Zerrspiele sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, das Beissen zu kanalisieren, solange du die Regeln vorgibst (z.B. „Aus!“ auf Kommando). Belohne ihn, wenn er das Spielzeug statt deine Hände nimmt.
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- Konsequentes Ignorieren und kurze Auszeiten als Lernmethode.
Wenn der Welpe trotz deines „Au!“ immer wieder zubeisst, dreh dich kommentarlos von ihm weg oder verlasse für einen kurzen Moment den Raum. Das ist eine „Auszeit“, die ihm zeigt, dass unerwünschtes Verhalten zum Entzug deiner Aufmerksamkeit führt – die härteste Strafe für einen Welpen. Achte darauf, dass diese Auszeiten sehr kurz sind, maximal eine Minute. Sobald er ruhig ist, kannst du das Spiel fortsetzen.
- Belohnung erwünschten Verhaltens: Ruhiges Spiel und sanftes Lecken positiv verstärken.
Achte genau auf Momente, in denen dein Welpe sanft spielt oder deine Hand liebevoll ableckt. Lobe ihn dann ausgiebig mit ruhiger Stimme, streichle ihn und belohne ihn eventuell mit einem kleinen Leckerli. So lernt er, welches Verhalten erwünscht ist und sich für ihn „lohnt“.
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| Was tun (DO’S) | Was vermeiden (DON’TS) |
|---|---|
| Sofort Spiel abbrechen und ‚Au!‘ sagen | Hände und Füße als Spielzeug anbieten oder animieren |
| Geeignetes Kauspielzeug anbieten | Den Welpen für Bellen oder Knurren bestrafen |
| Kurze Auszeit bei wiederholtem Beissen (1-2 Min.) | Das Beissen ignorieren und unbegrenzt zulassen |
| Ruhiges Verhalten belohnen (z.B. mit Leckerlis) | Den Welpen anschreien oder körperlich korrigieren |
| Regelmäßig Welpen- oder Junghundeschule besuchen | Welpen überfordern oder reizen (z.B. durch unkontrollierte Menschenmassen oder ‚Puppy Yoga‘) |
Die Rolle von artgerechtem Spiel, Sozialisierung und häufige Fehler
Interaktives Spiel ist nicht nur Spass, sondern auch ein wichtiges Lernfeld. Beim Spielen mit dir lernt dein Welpe Grenzen kennen. Achte darauf, dass du das Spiel immer initiierst und beendest. Kurze, intensive Spieleinheiten sind oft effektiver als lange, ermüdende. Nutze dabei auch Spielzeug, das einen gewissen Abstand zwischen deinen Händen und dem Welpen schafft, wie zum Beispiel Zergel oder Apportierobjekte. Ein gut sitzendes Geschirr hilft dir zudem, deinen Welpen bei den ersten Spaziergängen sicher zu führen und kontrollierte Sozialkontakte zu ermöglichen.
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Kontrollierte Sozialkontakte mit anderen, gut sozialisierten Hunden sind für die Entwicklung deines Welpen unerlässlich. Hier lernt er wichtige Hundekommunikation und wie er seine Beisskraft bei Artgenossen einsetzt. Achte darauf, dass die Spielpartner gut gewählt sind und die Interaktionen positiv verlaufen.
Vermeide unbedingt Überreizung und Stress. Ein übermüdeter oder gestresster Welpe ist viel anfälliger für Beissattacken, da er schlechter aufmerksam ist und seine Impulskontrolle nachlässt. Sorge für ausreichend Ruhephasen und eine stressfreie Umgebung. Auch bei grösserer Aufregung, wie Besuch oder lauten Geräuschen, kann es helfen, wenn dein Welpe einen ruhigen Rückzugsort hat. Gegebenenfalls kann auch ein unterstützendes Mittel zur Beruhigung in Absprache mit dem Tierarzt helfen, um eine entspanntere Lernatmosphäre zu schaffen.
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Typische Fehler von Welpenbesitzern sind unter anderem:
- Das Welpenbeissen als „niedlich“ abzutun und nicht konsequent darauf zu reagieren.
- Mit den Händen mit dem Welpen zu raufen oder zu kämpfen, was das Beissen fördert.
- Zu grob zu reagieren oder den Welpen anzuschreien, was Angst und Unsicherheit schürt.
- Inkonsequenz: Mal wird das Beissen ignoriert, mal bestraft, was den Welpen verwirrt.
- Mangelndes Angebot an geeignetem Kauspielzeug.
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Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist & bellerei’s Fazit für ein starkes Team
In den allermeisten Fällen lässt sich das Beissverhalten von Welpen mit Geduld und den oben genannten Strategien gut in den Griff bekommen. Es gibt jedoch Anzeichen, die darauf hindeuten können, dass das Beissen über normales Welpenverhalten hinausgeht und professionelle Unterstützung notwendig ist. Achte auf folgende Signale:
- Dein Welpe beisst nicht nur im Spiel, sondern auch in Situationen, die keine Spielaufforderung darstellen.
- Das Beissen ist sehr hartnäckig, schwer zu unterbrechen und scheint mit einer aggressiven Grundstimmung verbunden zu sein (Knurren, hochgezogene Lefzen, steife Körperhaltung).
- Dein Welpe zeigt diese Verhaltensweisen auch gegenüber anderen Hunden oder Menschen und es verschlechtert sich, anstatt besser zu werden.
- Du fühlst dich überfordert und unsicher im Umgang mit dem Beissverhalten deines Welpen.
Solltest du solche Anzeichen bemerken, zögere nicht, eine Tierärztin oder einen zertifizierten Hundetrainer zu Rate zu ziehen. Diese Experten können das Verhalten deines Welpen einschätzen, mögliche Ursachen (auch medizinische) ausschliessen und dir einen individuellen Trainingsplan an die Hand geben. Manchmal steckt hinter aggressivem Beissen Unsicherheit oder Angst, die professionell angegangen werden muss.
Forschungsergebnis
Dieser Artikel des Instituts für Hundeerziehungsberatung beleuchtet aggressives Verhalten bei Hunden als natürliche Reaktion, die meist aus Unsicherheit oder Angst resultiert, statt einer Verhaltensstörung. Er erklärt verschiedene Formen von Aggression und bietet Ansätze für den Umgang damit, wobei professionelle Hilfe bei anhaltenden Problemen empfohlen wird. Die Hauptbotschaft ist, dass Aggression tief in Unsicherheit oder Angst verwurzelt ist und ein Verständnis der Ursachen für effektive Interventionen entscheidend ist.
Institut für Hundeerziehungsberatung • 2024
(Quelle: Institut für Hundeerziehungsberatung)
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Die bellerei-Philosophie besagt: Eine starke Bindung basiert auf Geduld, Verständnis und gegenseitigem Vertrauen. Das Training der Beisshemmung ist eine grossartige Gelegenheit, diese Bindung zu stärken und deinem Welpen wichtige Lektionen für sein ganzes Leben mitzugeben. Bleib liebevoll konsequent, gib deinem Vierbeiner klare Regeln und belohne erwünschtes Verhalten. Mit deiner Unterstützung wird dein Welpe lernen, seine Zähnchen nur für Kauspielzeug und liebevolle Leckerchen einzusetzen, nicht aber für deine Hände. Wir sind uns sicher: Ihr werdet ein grossartiges Team!
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Häufige Fragen zu Welpe beisst in Hände: Ursachen & Beisshemmung
Wie lange dauert es, bis mein Welpe die Beisshemmung lernt?
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Was mache ich, wenn mein Welpe trotz Beisshemmungstraining weiterhin sehr fest zubeisst?
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Welches Kauspielzeug ist am besten für einen Welpen im Zahnwechsel?
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Was tun, wenn mein Welpe beim Spielen plötzlich „hochfährt“ und stärker zubeisst?
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