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Hundegeschirr für Zwergpudel und Zwergspitz: Passform, Fell und Größe

Für Zwergpudel und Zwergspitz ist ein gepolstertes Y-Geschirr die beste Wahl: Es hält Kehlkopf und Luftröhre frei, verteilt den Zug aufs Brustbein und lässt die Schultern frei. Zwergspitze tragen meist Größe S, Zwergpudel S bis S-M — maßgeblich ist der Bauchumfang hinter den Vorderläufen, nicht das Gewicht.

Zwergpudel und Zwergspitz landen im Zubehörregal fast immer nebeneinander — beide klein, beide mit einem Fell, das mehr Arbeit macht, als Außenstehende denken. Und beide bekommen erstaunlich oft Ausrüstung umgeschnallt, die eigentlich für einen zehnmal schwereren Hund gedacht war, nur kleiner genäht.

Genau da fängt das Problem an. Ein kleiner Hund ist kein verkleinerter großer Hund. Bei drei bis sieben Kilo Körpergewicht entscheidet ein Zentimeter Gurtlage darüber, ob das Geschirr in der Achsel scheuert oder sauber sitzt. Und bei Rassen, die anatomisch ohnehin eine empfindliche Luftröhre und wackelige Kniescheiben mitbringen, ist das keine Geschmacksfrage mehr.

Dieser Ratgeber geht die beiden Rassen einzeln durch: Anatomie, Fell, Passform, Größe. Den großen Überblick über alle kleinen Rassen — inklusive Bauform-Vergleich und Messanleitung — findest du in unserem Ratgeber Hundegeschirr für kleine Hunde. Hier geht es um das, was Zwergpudel und Zwergspitz von allen anderen Zwergen unterscheidet.

Warum gerade diese beiden Rassen kein Halsband tragen sollten

Die Empfehlung „Geschirr statt Halsband“ hört man bei kleinen Hunden ständig. Meist bleibt sie eine Behauptung. Bei Zwergpudel und Zwergspitz lässt sie sich aber ziemlich konkret begründen — und zwar mit zwei verschiedenen Argumenten, die nicht dasselbe sind.

Die Luftröhre ist bei Zwergrassen der Schwachpunkt

Der Trachealkollaps — eine Luftröhre, deren Knorpelspangen erschlaffen und die sich beim Atmen abflacht — ist bei kleinen und Zwergrassen eine tierärztlich gut dokumentierte Erkrankung. Zwergspitz und Zwergpudel stehen dabei regelmäßig in der Liste der prädisponierten Rassen, gemeinsam mit Yorkshire Terrier, Chihuahua und Malteser. Typisches Zeichen ist ein trockener, hupender Husten, oft ausgelöst durch Aufregung, Hitze oder Druck auf den Hals.

Damit hier keine Panik entsteht: Die Veranlagung zum Trachealkollaps steckt in der Knorpelqualität und ist angeboren — kein Halsband der Welt löst sie aus. Nur sitzt die dünnste Stelle der Konstruktion damit ausgerechnet dort, wo der Leinenzug ankommt: bei jedem Ruck, bei jedem Hochspringen ins Leinenende, bei jeder Drehung Richtung Nachbarhund. Man macht den Hund damit nicht krank, aber man belastet eine Region, die man bei Zwergrassen schlicht nicht belasten muss.

Ein Y-Geschirr nimmt den Hals komplett aus der Gleichung. Der Steg läuft vor der Brust nach unten, teilt sich zwischen den Vorderbeinen und legt die Last aufs Brustbein — also auf Knochen und Muskulatur statt auf Knorpel und Kehlkopf.

Zwergspitz: die Kniescheiben mögen keine ruckartige Leine

Der zweite Punkt betrifft vor allem den Zwergspitz, in geringerem Maß auch den Zwergpudel: die Patellaluxation. Die Kniescheibe rutscht dabei aus ihrer Führungsrinne, meist nach innen. Bei Zwergspitzen ist das eine der häufigsten orthopädischen Diagnosen überhaupt und in der Regel angeboren — die Gleitrinne im Oberschenkelknochen ist zu flach angelegt.

Betroffene Hunde zeigen das oft nur kurz: Sie hüpfen zwei, drei Schritte auf drei Beinen, strecken das Hinterbein einmal durch, und weiter geht’s. Genau deshalb wird es oft lange übersehen.

Was hat das mit dem Geschirr zu tun? Ein ruckartiger Leinenstopp bringt einen Hund von zweieinhalb Kilo aus dem Gleichgewicht. Er wird herumgezogen, verlagert sein Gewicht abrupt auf ein Hinterbein oder dreht sich auf der Hinterhand weg — und das sind genau die Bewegungen, bei denen eine instabile Kniescheibe herausspringt. Ein Geschirr löst das Grundproblem nicht, aber es verteilt den Zug über eine deutlich größere Fläche und näher am Körperschwerpunkt. Der Hund wird weniger verdreht, weniger hochgezogen, weniger aus der Balance gebracht.

Bei bereits diagnostizierter Patellaluxation oder anderen Gelenkthemen lohnt zusätzlich ein Blick in unseren Ratgeber zum orthopädischen Hundegeschirr — dort geht es ausführlich darum, was ein Geschirr bei Gelenkproblemen leisten kann und was eben nicht.

Und der Zwergpudel? Kompakt, aber nicht unverwüstlich

Der Zwergpudel wirkt robuster als der Zwergspitz, und in vielem ist er das auch. Er hat einen längeren, muskulöseren Hals, eine sportlichere Statur und war ursprünglich ein Arbeitshund im Miniaturformat. Er läuft gern und viel.

Trotzdem gilt: Sein Hals ist im Verhältnis schlank, seine Luftröhre eng, und er ist ein Hund, der bei Aufregung gern nach vorn geht. Ein Zwergpudel, der einer Katze hinterherwill, erzeugt an einem schmalen Halsband punktuell erstaunlich viel Druck. Dazu kommt das Fell — und beim Pudel ist genau das der meistunterschätzte Faktor.

Worauf es bei Zwergpudel und Zwergspitz konkret ankommt

Bis hierher gilt vieles, was für alle kleinen Hunde gilt. Jetzt wird es rassenspezifisch — und der größte Unterschied zwischen den beiden liegt nicht im Skelett, sondern im Fell.

Zwergpudel: das lockige Fell filzt unter den Gurten

Pudelfell haart praktisch nicht. Was ausfällt, bleibt im Kraus hängen — das ist der Grund, warum Pudel als gut verträglich für Allergikerinnen gelten, und gleichzeitig der Grund, warum sie ohne Bürste innerhalb weniger Wochen verfilzen.

Unter einem Geschirr passiert das schneller. Überall, wo ein Gurt aufliegt und sich bei jedem Schritt minimal bewegt, wird das Haar gerieben, gedreht und verdichtet. Nach ein paar Wochen sitzen dort feste Filzplatten — typischerweise an drei Stellen:

  • In den Achseln, dort wo der Bauchgurt hinter den Vorderläufen verläuft. Die kritischste Stelle überhaupt, weil sich hier bei jedem Schritt Haut gegen Gurt bewegt.
  • Am Widerrist, wo der Rückenteil aufliegt und das Haar dauerhaft plattgedrückt wird.
  • Seitlich an der Brust, entlang des Y-Stegs.

Filz ist nicht nur ein optisches Problem. Verfilztes Haar zieht an der Haut, verhindert Luftzirkulation und kann darunter zu geröteten Stellen führen. Wird das Geschirr dann abgenommen und die Haut ist gereizt, bekommt schnell das Geschirr die Schuld — dabei war es die ausgebliebene Fellpflege an den Auflagestellen.

Die Lösung ist unspektakulär und dauert zwei Minuten: Geschirr abnehmen, mit einer Zupfbürste oder einem groben Kamm die drei genannten Stellen durchgehen, Fell aufstellen. Nicht einmal pro Woche, sondern nach jedem längeren Spaziergang — bei einem geschorenen Pudel seltener, bei einem in vollem Haar konsequent. Und: Das Geschirr nicht ganztägig anlassen. Kein Fell erholt sich unter dauerhaftem Druck.

Nasses Fell filzt am schnellsten. Nach dem Regenspaziergang gehört das Geschirr runter, bevor der Hund trocknet — nicht danach.

Zwergspitz: Stockhaar mit Unterwolle, das plattgedrückt wird

Beim Zwergspitz ist die Mechanik eine andere. Sein Fell besteht aus langem, abstehendem Deckhaar und dichter, weicher Unterwolle, die das Deckhaar aufrichtet. Genau diese Standhaftigkeit ist das Markenzeichen der Rasse — und genau die leidet unter einem Geschirr.

Unter einem Gurt wird die Unterwolle zusammengedrückt. Das Deckhaar fällt in sich zusammen und bleibt liegen, auch wenn das Geschirr längst wieder ab ist. Bei manchen Hunden bleiben sichtbare Streifen im Fell, die erst nach dem nächsten Fellwechsel wirklich verschwinden.

Kosmetisch ist das ärgerlich, funktionell ist es der wichtigere Punkt: Zusammengedrückte Unterwolle isoliert nicht mehr. Das Spitzfell arbeitet in beide Richtungen — Wärme im Winter, Hitzeschutz im Sommer. Wo es plattliegt, funktioniert das nicht.

Was hilft:

  • Breite, gepolsterte Gurte statt schmaler Bänder. Klingt paradox, ist aber so: Ein schmaler Gurt schneidet eine scharfe Linie ins Fell, ein breiter verteilt den Druck und hinterlässt weniger.
  • Nach dem Ausziehen gegen den Strich aufbürsten, gerade an Brust und Widerrist. Das richtet die Unterwolle wieder auf.
  • Nicht zu eng schnallen. Zwei flach anliegende Finger unter jedem Gurt — bei Hunden unter fünf Kilo sind das zwei schlanke Finger, nicht die flache Hand. Der Gurt soll sich verschieben lassen, aber keine Falte in die Haut ziehen.
  • Keine Klettverschlüsse am Fell. Klett und Spitzhaar sind eine denkbar schlechte Kombination.

Und ein Hinweis, der leider nötig ist: Bitte das Fell nicht dort wegrasieren, wo das Geschirr aufliegt. Beim Spitz wächst geschorenes Haar oft ungleichmäßig und struppig nach, und der Hitzeschutz ist dahin. Bürsten statt schneiden.

Das Eigengewicht des Geschirrs zählt bei diesen Größen wirklich

Ein Zwergspitz wiegt zwischen zwei und dreieinhalb Kilo. Ein Zwergpudel je nach Linie fünf bis sieben. Wer einem 2,5-Kilo-Hund ein 300-Gramm-Geschirr umschnallt, lässt ihn über zehn Prozent seines Körpergewichts spazieren tragen. Das merkt er.

Bei großen Hunden ist Geschirrgewicht ein Randthema, bei Zwergrassen nicht. Das bellerei Y-Geschirr wiegt in Größe S 113 Gramm und in S-M 181 Gramm — bei einem Zwergspitz sind das rund vier Prozent seines Gewichts, bei einem Zwergpudel entsprechend weniger.

Bewegungsfreiheit: Schulter frei heißt Schulter frei

Kleine Hunde machen viele Schritte. Auf derselben Wegstrecke bewegt ein Zwergspitz sein Schultergelenk deutlich häufiger als ein Labrador — jede Blockade multipliziert sich entsprechend.

Der Gurt vor der Brust muss deshalb tief genug sitzen, dass die Schulterblätter darüber frei arbeiten können — nicht quer über den Schultern, wie es bei Norweger- und vielen Step-in-Modellen der Fall ist. Der Y-Schnitt löst genau das: Der Steg läuft mittig übers Brustbein nach unten, die Schulterpartie bleibt unberührt.

Welche Bauformen es sonst noch gibt und wie sie sich im Detail unterscheiden, haben wir im Pillar-Ratgeber für kleine Hunde gegenübergestellt. Für Zwergpudel und Zwergspitz lautet die Kurzfassung: Y-Schnitt, gepolstert, leicht, an mehreren Stellen verstellbar.

Die richtige Größe finden — und wo es ehrlich nicht passt

Der häufigste Fehler bei kleinen Hunden ist der Griff zur Gewichtsangabe. „Bis 5 kg“ sagt nichts darüber aus, wie tief der Brustkorb ist. Zwei Zwergpudel mit identischem Gewicht können sechs, sieben Zentimeter Unterschied im Bauchumfang haben — der eine schlank und hochbeinig, der andere kompakt und breit gebaut.

So misst du richtig

  • Bauchumfang (die entscheidende Zahl): Maßband direkt hinter den Vorderläufen einmal um den Brustkorb, an der breitesten Stelle. Der Hund steht dabei, das Band liegt an, ohne zu spannen.
  • Halsumfang: am unteren Halsansatz messen, dort wo das Geschirr später aufliegt — nicht oben Richtung Kopf.
  • Fell mitdenken: Bei einem frisch geschorenen Zwergpudel misst du den echten Körper. Bei einem Zwergspitz in vollem Haar misst du vor allem Luft. Teile beim Spitz das Fell mit den Fingern und lege das Band auf die Haut, sonst kaufst du garantiert eine Nummer zu groß.
  • Im Zweifel zweimal messen, an zwei verschiedenen Tagen. Bei diesen Größen macht ein Zentimeter den Unterschied.

Welche bellerei-Größe typischerweise passt

Größe Bauchumfang Halsumfang Gewicht Geschirr Passt typischerweise
S 36–44 cm 14–24 cm 113 g Zwergspitz (fast immer), zierliche bis mittlere Zwergpudel
S-M 44–53 cm 18–28 cm 181 g kräftige Zwergpudel an der oberen Rassegrenze

Zwergspitz: Größe S. Ein ausgewachsener Zwergspitz liegt beim Bauchumfang meist zwischen 38 und 44 Zentimetern und landet damit sauber in S — oft im oberen Drittel des Bereichs, weil der Brustkorb bei dieser Rasse rundlicher gebaut ist, als das Fell vermuten lässt.

Zwergpudel: S bis S-M. Der Zwergpudel ist die variablere der beiden Rassen. Ein zierlicher Zwergpudel um die fünf Kilo liegt bei 40 bis 45 Zentimetern und damit genau an der Grenze zwischen beiden Größen. Ein kräftiger, sportlich gebauter Rüde am oberen Ende des Rassestandards kann 48 bis 50 Zentimeter erreichen — dann ist S-M die richtige Wahl.

Jede Größe deckt eine ganze Spanne ab — S zum Beispiel 36 bis 44 Zentimeter Bauchumfang. Innerhalb dieser Spanne stellst du das Geschirr an mehreren Stellen passgenau ein. Liegt dein Messwert genau auf der Grenze, etwa bei 44 Zentimetern: Nimm die kleinere Größe, wenn dein Hund schlank gebaut ist — und die größere, wenn er noch wächst oder kompakt gebaut ist.

Ehrlich gesagt: Unter 36 Zentimetern Bauchumfang haben wir nichts. Ein sehr zierlicher Zwergspitz unter zwei Kilo oder ein junger Welpe fällt aus unserer Größenskala heraus — kleiner als S gibt es bei bellerei nicht. In dem Fall raten wir ausdrücklich davon ab, ein zu großes Geschirr „irgendwie eng zu schnallen“. Ein Geschirr, das nur mit maximal angezogenen Gurten hält, verrutscht beim ersten Sprung und scheuert in der Achsel. Warte lieber, bis der Hund hineingewachsen ist.

Für Welpen beider Rassen gilt dasselbe: Sie wachsen zügig durch mehrere Größen. Was in dieser Phase sinnvoll ist und wann der Wechsel ansteht, steht in unserem Ratgeber zum Welpengeschirr.

Aus Biancas Trainingspraxis: die kleinen Hunde am Leinenende

Zwergpudel und Zwergspitz haben eines gemeinsam, das im Kursalltag sofort auffällt: Sie sind beide sehr aufmerksam und beide sehr mitteilsam. Zwergspitze gehören zu den Rassen, die bei Aufregung schnell in die Stimme gehen — das steckt in ihrer Geschichte als Hof- und Wachhunde. Zwergpudel bellen weniger reflexhaft, dafür oft aus Frustration, wenn sie etwas erreichen wollen und die Leine sie stoppt.

In der Praxis sieht das dann so aus: Der Hund entdeckt fünfzehn Meter voraus einen anderen Hund. Er richtet sich auf, geht nach vorn, die Leine wird straff. Der Mensch reagiert, indem er die Leine kürzer nimmt — verständlicherweise. Der Hund kommt an ein hartes Ende, spürt Zug am Hals, wird angespannter, und dann kommt die Stimme dazu.

Was ein gut sitzendes Geschirr an dieser Stelle leistet, ist begrenzt, aber real: Es nimmt eine körperliche Unannehmlichkeit aus einer ohnehin angespannten Situation heraus. Der Hund wird nicht am Hals gestoppt, sondern breitflächig am Brustkorb. Für viele kleine Hunde ist das ein spürbarer Unterschied — nicht weil sie plötzlich entspannt wären, sondern weil eine Reizquelle weniger da ist.

Was das Geschirr nicht leistet: Es bringt dem Hund nicht bei, ruhig an einem anderen Hund vorbeizugehen. Bellen an der Leine ist Verhalten, und Verhalten ändert sich durch Training, nicht durch Material. Wer sich vom Geschirrwechsel erhofft, dass der Zwergspitz künftig schweigt, wird enttäuscht.

Die zweite Beobachtung betrifft eher die Menschen als die Hunde: Bei kleinen Hunden wird oft mit sehr kurzer Leine gearbeitet, weil sich das sicher anfühlt. Nur — ein Hund, der permanent auf achtzig Zentimetern läuft, hat keine Möglichkeit, sich zu orientieren oder von sich aus Abstand herzustellen. Er bleibt in dauerhafter leichter Anspannung. Wenn die Umgebung es zulässt, ist eine längere Leine bei kleinen Hunden oft der größere Hebel als jede Ausrüstungsentscheidung.

„Bei Zwergrassen wird die Ausrüstung am häufigsten unterschätzt — weil man denkt, bei drei Kilo könne ja nicht viel passieren. Tatsächlich ist es umgekehrt: Je kleiner der Hund, desto weniger Spielraum hast du bei Passform und Druckverteilung. Und wenn ein Zwergspitz an der Leine bellt, ist das kein Geschirrproblem. Aber ein gut sitzendes Geschirr sorgt dafür, dass du überhaupt am eigentlichen Thema arbeiten kannst, statt gegen den Zug am Hals.“

Bianca Willen, Hundetrainerin CBATI-KSA, Willenskraft Hundeschule

Wenn du an der Leinenführigkeit arbeiten willst: Der Ratgeber zum Anti-Zieh-Geschirr erklärt, wie der vordere Brustring funktioniert und welche Übungen dazugehören. Und wer lieber direkt begleitet werden möchte, findet in der Online-Hundeschule ein 1:1-Format mit Bianca.

Häufige Fragen zum Geschirr für Zwergpudel und Zwergspitz

Welche Größe braucht mein Zwergspitz?

In den allermeisten Fällen Größe S (Bauchumfang 36–44 cm). Miss unbedingt auf der Haut und nicht auf dem Fell — durch das dichte Stockhaar messen viele drei bis vier Zentimeter zu viel und bestellen dann eine Nummer zu groß. Liegt dein Hund unter 36 cm, gibt es bei uns keine passende Größe; kleiner als S führen wir nicht.

Passt Größe S auch für meinen Zwergpudel?

Häufig ja, aber nicht immer. Zwergpudel schwanken stärker in der Statur als Zwergspitze. Ein zierlicher Zwergpudel liegt bei 40–45 cm Bauchumfang und damit in S, ein kräftiger Rüde am oberen Ende des Rassestandards kommt auf 48–50 cm und braucht S-M. Entscheidend ist immer der gemessene Bauchumfang hinter den Vorderläufen, niemals das Gewicht.

Wie eng darf das Geschirr bei so einem kleinen Hund sitzen?

Es gilt dieselbe Regel wie bei jedem anderen Hund: Zwei flach anliegende Finger unter jedem Gurt — bei Hunden unter fünf Kilo sind das zwei schlanke Finger, nicht die flache Hand. Der Gurt soll sich verschieben lassen, aber keine Falte in die Haut ziehen. Zu locker ist bei Zwergrassen übrigens genauso ungünstig wie zu fest: Ein Geschirr, das rutscht, scheuert in der Achsel.

Filzt das Fell meines Zwergpudels unter dem Geschirr?

Ja, wenn du nichts dagegen tust — Pudelhaar verfilzt unter Reibung schnell. Kritisch sind die Achseln, der Widerrist und die Brustpartie entlang des Stegs. Nimm das Geschirr nach dem Spaziergang ab und kämme die Auflagestellen kurz durch, besonders wenn der Hund nass war. Zwei Minuten reichen. Ganztägig anlassen solltest du das Geschirr ohnehin nicht.

Drückt ein Geschirr das Fell meines Zwergspitzes platt?

Eine gewisse Spur hinterlässt jedes Geschirr — das lässt sich bei Stockhaar mit Unterwolle nicht ganz vermeiden. Reduzieren kannst du es deutlich: breite, gepolsterte Gurte statt schmaler Bänder, nicht zu eng schnallen (zwei flach anliegende Finger unter jedem Gurt, bei diesen Größen zwei schlanke Finger und nicht die flache Hand), und das Fell nach dem Ausziehen gegen den Strich aufbürsten. Rasieren an den Auflagestellen ist keine gute Idee, weil Spitzhaar oft ungleichmäßig nachwächst.

Hilft ein Geschirr gegen das Bellen an der Leine?

Nicht direkt. Bellen an der Leine ist Verhalten und verändert sich über Training, nicht über Ausrüstung. Was ein gut sitzendes Geschirr leistet: Es nimmt den Druck vom Hals und damit eine körperliche Unannehmlichkeit aus einer angespannten Situation. Viele Hunde eskalieren dadurch etwas langsamer — gelöst ist das Thema damit aber nicht.

Mein Zwergspitz hat eine Patellaluxation — ist ein Geschirr trotzdem sinnvoll?

Ja, in der Regel sogar besonders. Ein Geschirr verteilt den Zug über den Brustkorb statt über den Hals und reißt den Hund weniger aus dem Gleichgewicht — und genau diese abrupten Balanceverluste sind bei instabilen Kniescheiben ungünstig. Ein Geschirr ersetzt aber keine tierärztliche Abklärung, und der Grad der Luxation gehört in fachliche Hände. Sprich Belastung und Bewegungsumfang mit deiner Tierärztin ab.

Was ist mit einem Halsband — geht das gar nicht mehr?

Für Marke und Adressanhänger spricht nichts dagegen. Nur sollte an einem Halsband bei diesen Rassen möglichst nicht die Leine hängen. Wenn du zusätzlich etwas Führung am Hals brauchst, ist ein gepolstertes Zugstopp-Halsband die schonendere Variante, weil es sich nur bis zu einem definierten Punkt zusammenzieht und nicht durchwürgt.

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Das bellerei Y-Geschirr

Gepolsterter Y-Schnitt, der Kehlkopf und Luftröhre frei lässt und die Schultern nicht blockiert. In Größe S wiegt es 113 Gramm — für einen Zwergspitz von rund drei Kilo eine Größenordnung, die er kaum bemerkt. An mehreren Stellen verstellbar, in Schwarz und Koralle, Bauchumfang 36 bis 85 cm über fünf Größen. Für diese beiden Rassen relevant sind S und S-M.

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Bevor du bestellst: Miss deinen Hund. Nicht schätzen, nicht vom Gewicht ableiten, nicht das Fell mitmessen. Maßband hinter die Vorderläufe, einmal um den Brustkorb, Zahl notieren. Diese eine Zahl entscheidet darüber, ob das Geschirr sitzt oder im Schrank landet.

Und wenn du grundsätzlich noch schwankst, ob Y-Geschirr, Norweger oder H-Geschirr das Richtige für deinen kleinen Hund ist: Der große Überblick mit Größentabelle, Messanleitung und dem Vergleich aller Bauformen steht im Ratgeber Hundegeschirr für kleine Hunde. Die komplette Auswahl findest du in der Kategorie Hundegeschirr.

Über die Autorin: Bianca Willen ist zertifizierte Hundetrainerin (CBATI-KSA), Gründerin der Willenskraft Hundeschule und von bellerei. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Diagnose — bei Verdacht auf Trachealkollaps, Patellaluxation oder andere gesundheitliche Themen ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse.

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Wenn du dir also unsicher bist, ob alles was wir sagen für dich und deinen Hund wirklich optimal ist, dann bitten wir dich: Stell weitere Recherchen an, sprich mit deinem Tierarzt oder Hundetrainer und such nach individuellen Lösungen, die so besonders sind wie ihr.

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Bianca Oriana Willen

Bianca Oriana Willen — Geschäftsführerin der Hundeschule Willenskraft und Akademie & Gründerin von bellerei

Bianca bildet seit über 10 Jahren erfolgreich Hundetrainer:innen aus – sowohl im Präsenzunterricht als auch in Onlinekursen. Ihr Schwerpunkt: praxisnahe, tierschutzkonforme Ausbildung mit Fokus auf Körpersprache, Beziehungsarbeit und nachhaltigem Lernaufbau.

Zertifizierungen & Qualifikationen:
CBATI-KSA (Certified Behavior Adjustment Training Instructor – Knowledge and Skills Assessed)
Zertifizierte Hundeernährungsberaterin
• Spezialgebiet: Angst & Reaktivität bei Hunden

Mit Willenskraft prägt sie die Hundeszene im deutschsprachigen Raum. Mit bellerei macht sie ganzheitliches Hundewissen für alle zugänglich – von natürlicher Ernährung bis hin zu erstklassigem Hundezubehör.

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